Glossar

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 Biogas
Biogas entsteht beim biologischen Abbau organischer Substanzen unter Ausschluss von Sauerstoff. Es ist ein Gemisch aus typischerweise 45–70% Methan, 30–55% Kohlen- dioxid sowie Anteilen von Stickstoff und Spurengasen wie Schwefelwasserstoff. Es eignet sich zur Herstellung von Strom, Wärme sowie Treibstoff.
Biogasstromerzeugung
Der biologische Prozess der Biogaserzeugung basiert auf methanbildenden (Methan) Bakterien. Dabei wird Biomasse unter Ausschluss von Sauerstoff in Gas umgewandelt. Dieses Gas wird dann abgekühlt, gereinigt und in einem Blockheizkraftwerk oder einer Turbine verbrannt.
Biomasse
Als Biomasse wird die Gesamtheit der Masse an organischem Material in einem definierten Ökosystem bezeichnet. Biomasse ist der vielseitigste erneuerbare Energieträger und kann als fester, flüssiger oder gasförmiger Energieträger zur Bereitstellung von Wärme, zur Stromerzeugung oder als Kraftstoff eingesetzt werden.
BImSchG-Genehmigung
Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb der nach Bundesimmissions- schutzgesetz (BImSchG) genehmigungspflichtigen Anlagen.
Blockheizkraftwerk (BHKW)
Ein Blockheizkraftwerk ist eine Anlage zur gekoppelten Erzeugung von Strom und Wärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung.
 EEG
Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz). Zweck dieses Gesetzes ist es, im Interesse des Klima-, Natur- und Umweltschutzes eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung zu ermöglichen, die volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung durch die Einbeziehung langfristiger externer Effekte zu verringern, Natur und Umwelt zu schützen, einen Beitrag zur Vermeidung von Konflikten um fossile Energieressourcen (Fossile Energieträger) zu leisten und die Weiterentwicklungvon Technologien zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien zu fördern.
Einspeisevergütung
Im § 8 des EEG ist die Vergütung für Strom aus Biomasse geregelt. Im Rahmen dieses Gesetzes werden unter anderem Biogasanlagen durch eine feste Einspeisevergütung in Abhängigkeit von der Anlagengröße und der eingesetzten Substraten für 20 Jahre gefördert.
Einspeisevertrag
Vertrag über die Abnahme elektrischer Energie.
Emission
In der Ökologie bezeichnet der Begriff Emission (v. lat.: emittere = aussenden) die Abgabe von Substanzen an die Umwelt.
Energiereserven
Als Energiereserven bezeichnet man i.d.R. die in der Erde lagernden Vorräte an fossilen Brennstoffen (Fossile Energieträger), die nachgewiesen, sicher verfügbar und mit heutiger Technik wirtschaftlich gewinnbar sind.
Erneuerbare Energien
Erneuerbare Energien, auch regenerative Energien genannt, sind Energiequellen, die nach den Zeitmaßstäben des Menschen unendlich lange zur Verfügung stehen. Zu den erneuer- baren Energien zählen Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Erdwärme (Geothermie).
 Fermentation
Unter Fermentation versteht man die Umsetzung von biologischen Materialien mit Hilfe von Bakterien-, Pilz- oder Zellkulturen oder den Zusatz von Enzymen (Fermenten). Der ursprüngliche Begriff beschreibt dabei eine biologische Reaktion unter Ausschluss von Luft.
Fermentation, mesophile
Bakterielle Prozesse (Fermentation), die bei Temperaturen zwischen 30°C und 40°C ablaufen.
Fermentation, thermophile
Bakterielle Prozesse (Fermentation), die bei Temperaturen über 50°C ablaufen.

Fermenter
Als Fermenter bezeichnet man einen Behälter, in dem kontrollierte biochemische Reaktionen mit Mikroorganismen ablaufen.
Fossile Energieträger
Fossile Energieträger sind durch biologische und physikalische Vorgänge im Erdinneren und auf der Erdoberfläche über lange Zeiträume entstanden. Zu ihnen zählen Erdöl und Erdgas sowie Braun- und Steinkohle.
 Gärrest
Die bei der Vergärung von Biomasse anfallenden Reststoffe. Der Gärrest eignet sich unter Einhaltung hoher Qualitätsstandards und ggf. weiterverarbeitet als hochwertiger organischer Dünger.
Grundlaststrom
Als Grundlast wird die Netzbelastung bezeichnet, die im Laufe eines Tages im Stromnetz nicht unterschritten wird. Der Bedarf an Grundlaststrom wird über möglichst günstige und in ihrer Leistung nur langsam veränderbare Energiequellen gedeckt.
Gülle
Der Begriff Gülle bezeichnet im Allgemeinen einen Dünger, dessen Hauptbestandteile tierische Exkremente (Harn und Kot) sind.
 Hygienisierung
Verfahrensschritt zur Reduzierung und/oder Eliminierung von Seuchenerregern und anderen Schadstoffen.
 Immission
Die Immission (v.lat.: immittere = hineinschicken, hineinsenden) bezeichnet den Eintrag eines Stoffes in ein System. Man findet den Begriff vorwiegend im Zusammenhang mit dem Umweltschutz. Hier wird er für den Eintrag von Schadstoffen, aber auch von Lärm, Licht, Strahlung oder Erschütterungen, in ein Umweltmedium verwendet. Jede Immission ist die Folge einer vorhergehenden Emission.
 Kofermentation
Unter Kofermentation versteht man die gleichzeitige Vergärung von zwei Stoffen, z.B. Gülle und anderem organischen Material. Damit kann die Ausbeute an Biogas gesteigert werden.
Kohlenstoffdioxid (CO2)
Kohlenstoffdioxid ist ein farbloses, geruchsneutrales Gas aus Sauerstoff und Kohlenstoff. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird die korrekte Bezeichnung häufig zu Kohlendioxid verkürzt. Kohlenstoffdioxid ist ein Endprodukt beim Verbrennungsprozess.
Kondensat
Im Fermenter entstandenes Biogas ist wasserdampfgesättigt und muss vor Verwertung im BHKW entwässert werden. Die Kondensation erfolgt über eine ausreichend angelegte Erdleitung in einen Kondensatabscheider oder über eine Trocknung des Biogases.
Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)
In Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung werden die beiden leitungsgebundenen Energien Strom und Wärme gleichzeitig erzeugt.
kWh
Kilowattstunde (kWh) ist die Maßeinheit für Energie. Multipliziert man die Leistung mit der Zeit, erhält man die aufgewendete Energie.
KWK-Bonus
Ein Bonus für KWK-Anlagen wird nach dem EEG gewährt, soweit es sich um Strom im Sinne des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes handelt.
 Methan (CH4)
Methan ist ein farbloses und geruchsneutrales Gas. Es bildet sich auf der Erde ständig neu, vorwiegend in den tieferen Erdschichten unter hohen Temperaturen und starkem Druck. Auf natürliche Weise wird Methan häufig bei vulkanischen Aktivitäten freigesetzt.
 Nachwachsende Rohstoffe
Nachwachsende Rohstoffe ist der Überbegriff für alle Stoffe pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, die stofflich oder energetisch weiterverwendet werden. Der Name der NAWARO® BioEnergie AG leitet sich aus dem Begriff »NAchWAchsende ROhstoffe« ab. Die NAWARO® BioEnergie AG ist Inhaberin der Wortmarke »NAWARO«.
NawaRo-Bonus
Der NawaRo-Bonus ist eine Sondervergütung, die im Rahmen des EEG für die ausschließliche Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen, Gülle und/oder Schlempe aus landwirtschaftlichen Brennereien eingeführt worden ist.
Netzanschlussvertrag
Vertrag über den Anschluss an das Übertragungsnetz.
Netznutzungsvertrag
Vertrag über die Nutzung des Übertragungsnetzes.
 Organische Trockensubstanz
Unter organischer Trockensubstanz versteht man den Anteil der organischen Bestandteile (oTS) eines Stoffes, der nach vollständigem Wasserentzug verbleibt. Bei der Biogaserzeugung spielt der organische Trockensubstanzgehalt eine große Rolle, da er sich direkt auf die Qualität und Ausbringungsmenge des entstehenden Gases auswirkt.
 pH-Wert

Der pH-Wert bezeichnet die Stärke der sauren oder basischen Wirkung einer Lösung:

  • pH < 7 entspricht einer sauren Lösung
  • pH = 7 entspricht einer neutralen Lösung
  • pH > 7 entspricht einer alkalischen Lösung

Zahlreiche biologischen Prozesse und chemische Reaktionen erfolgen nur bei der Einhaltung bestimmter pH-Werte.

Pelletierung
Unter Pelletierung versteht man das Zusammenpressen von überwiegend biologischen Stoffen zu kleinen „Päckchen“, den Pellets. Im Fall des Bioenergieparks werden die bei der Produktion von Biogas anfallenden Gärreste im Düngemittelwerk zu hochwertigem Dünger verarbeitet und in der Form von Pellets zur weiteren Verwendung bereitgestellt.
 Regenerative Energien
Siehe auch: Erneuerbare Energien
 Silage
Als Silage bezeichnet man Pflanzenmaterial, das durch Milchsäuregärung haltbar gemacht wurde. Dadurch lässt sich Silage gut im Silo lagern und dient häufig als Ausgangsstoff bei der Biogaserzeugung.
Spitzenlaststrom
Zusätzlich zum Grundlaststrom wird Spitzenlaststrom eingesetzt, um auch bei schwankendem Stromverbrauch die ausreichende Versorgung der Verbraucher zu gewährleisten.
 Trockensubstanz
Als Trockensubstanz bezeichnet man den Teil eines Stoffes, der nach dem vollständigen Entzug seines Wasseranteils verbleibt.
 Vergärung
Siehe auch: Fermentation
Verweilzeit
Die Verweilzeit bezeichnet den Zeitraum, den ein Stoff während eines biologischen Prozesses im Fermenter verbleibt.
Volllaststunden
Zeitraum der Vollauslastung einer Anlage, wenn die Gesamtnutzungsstunden und der durchschnittliche Nutzungsgrad innerhalb eines Jahres auf einen Nutzungsgrad von 100% umgerechnet werden.
 Watt (W)
Watt ist die Messgröße für die physikalische Leistung. Sie gibt an, wie viel Energie innerhalb eines definierten Zeitraums umgewandelt wird.