Aktuelles

Archiv

News 2009 | News 2008 | News 2007 | News 2006 | News 2005

Newsarchiv durchsuchen

   

News 2008

10. November 2008 BIOGAS Journal 4/08

Richtfest im BioEnergiepark

Mit einem zünftigten Richtfest hat die NAWARO Engineering GmbH, Tochterunternehmen der NAWARO BioEnergie AG Leipzig, Anfang Oktober die Fertigstellung des Rohbaus des BioEnergie Parks nördlich von Güstrow gefeiert.

Zu den 200 geladenen Gästen zählte auch Bundesminister Wolfgang Tiefensee: “Alternative Energien sind eines Zukunftsfelder für Ostdeutschland. Mit der Errrichtung dieser Anlage werden neue Maßstäbe bei der effizienten Nutzung nachwachsender Rohstoffe zur Energiegewinnung gesetzt. Die Investition am Standort Güstrow ist nicht nur für die wirtschaftliche Entwicklung der Region von großer Bedeutung, sondern eröffnet vielversprechende Wege in eine Zukunft mit erneuerbaren Energien.”

In ihrer Dimension und Leistungsfähigkeit ist die Anlage weltweit einmalig: Auf einer Fläche von 20 Hektar soll hier Biogas aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais, Getreide und Grasschnitt in industriellem Maßstab erzeugt werden; Investitionen von rund 100 Millionen Euro sind dafür notwendig. Mit einem speziell entwickelten Verfahren wird das Biogas zu Biomethan aufbereitet, sodass es in das Erdgasfernleitungsnetz eingespeist werden kann.

Die erste Einspeisung ist für Juni 2009 geplant, ab 2010 sollen 46 Millionen Kubikmeter Biogas pro Jahr in das Netz fließen. “Mit dieser Größenordnung leistet der BioEnergie Park Güstrow einen substanziellen Beitrag für eine Energieversorgung aus erneuerbaren Energiequellen”, sagt Felix Hess, Geschäftsführer der NAWARO Engineering GmbH und Vorstand der NAWARO BioEnergie AG. Schließlich könne mit diesem Volumen eine Kleinstadt mit bis zu 50.000 Einwohnern konstant mit Energie versorgt werden.

Dr. Eckhard Pratsch, Bauleiter und Direktor der NAWARO Engineering GmbH, schildert den Baustand: “Zum jetztigen Zeitpunkt haben wir etwa 14 Millionen Euro verbaut. 20 Fermenter für die spätere Biogasproduktion, drei Gärrestespeicher und das Erdgeschoss des Bürogebäudes sind fertig.” Bevor der Frost kommt, soll das komplette Rohleitungssystem für die Gärreste in der Erde sein. “Anfang März wollen wir in das Bürogebäude einziehen.”

Mit dem Baufortschritt zeigt sich Pratsch zufrieden: “Wir sind unserem Bauplan um vier Wochen voraus.” Die für die Inbetriebnahme der Anlage erforderliche Biomasse bezieht das Unternehmen von Landwirten aus der Region, insgesamt 450.000 Tonnen pro Jahr. “Die Zulieferung der Energiepflanzen haben wir mit den Landwirten in langfristigen Lieferverträgen vereinbart”, erläutert Pratsch das Konzept.

60 Prozent der Rohstoffe sind bereits vertraglichen zugesichert. Im Gegenzug erhalten die Landwirte den sogenannten Presskuchen sowie Flüssigkeitsdünger, beides Produkte, die aus den bei der Biogasproduktion anfallenden Gärresten gewonnen werden. “Anfangs waren die Landwirte eher zögerlich, mittlerweile ist das Interesse aber gestiegen”, freut sich Pratsch. Für viele stellt der Anbau von Energiepflanzen eine sinnvolle Alternative zur Flächenstilllegung durch die EU dar.

Die Finanzierung des BioEnergieparks wird jeweils zur Häfte mit einem Fonds und Bankkrediten getätigt. An der Anlage eines geschlossenen Mobilienleasingfonds können sich Privatinvestoren beteiligen und auf diese Weise die Entwicklung und Anwendung modernster Technologie unterstützen.

Beitrag als PDF herunterladen

6. November 2008 Klimaschutz in Mecklenburg-Vorpommern

Weiteres Projekt in Güstrow

Das aktuelle Projekt der NAWARO in Güstrow, bei dem Biogas auf Erdgasqualität aufbereitet wird, hat nach langer Vorbereitungszeit, die u.a. durch eine weitere Innovation der Anlagenkonzeption bedingt wurde, im November 2007 die Bauarbeiten aufgenommen.

In der neuen Anlagenkonfiguration wird erstmals in dieser Größenordnung die Einspeisung des erzeugten Biogases in die Ferngasleitung umgesetzt werden. Das Konzept entspricht dem technologischen Fortschritt der vergangenen Jahre und den Besonderheiten des Standortes Güstrow.

Das im Wege der Fermentation aus nachwachsenden Rohstoffen erzeigte Biogas wird vor Ort aufbereitet und kann in die anliegende Erdgasleitung eingespeist werden. In der angeschlossenen Gärrestaufbereitungsanlage wird die verbleibende Biomasse entwässert, getrocknet und dann einem Biomassekraftwerk zugeführt.

Das Biomassekraftwerk verfügt über eine konventionelle Dampferzeugung mit Dampfturbine und erzeugt Strom und Wärme.

28. Oktober 2008 Pressemitteilung

Die NAWARO-Gruppe bietet mit ihrer industriellen Dimension neue Möglichkeiten zur Erforschung und Bewertung von Biogassubstraten – Wichtiger Beitrag für die Substratbewertung in der Praxis: Neue Formel zur Berechnung des Biogaspotenzials von nachwachsenden Rohstoffen.

Die Wirtschaftlichkeit einer Biogasanlage hängt entscheidend vom
Gasbildungspotenzial der verwendeten Substrate ab. Für die NAWARO BioEnergie AG als ersten Betreiber von Biogasanlagen in industrieller Dimension ist die exakte Bewertung der Substrate von besonderer Bedeutung, und deshalb fördert die NAWARO Forschungsprojekte in diesem Bereich.

Prof. Dr. Friedrich Weißbach, führender Experte im Bereich Futtermittelforschung, hat jetzt, unterstützt durch die NAWARO Bio-Energie AG, einen neuen Parameter zur Bewertung von pflanzlichen Biogassubstraten, wie z.B. Maissilagen, entwickelt. Die Grundidee dabei ist, die zu erwartende Biogasausbeute nur auf den biologisch verwertbaren, d.h. fermentierbaren Teil der Trockensubstanz zu beziehen. Bislang wird die Gasausbeute auf die „organische Trockensubstanz“ (oTS) bezogen, obwohl diese auch biologisch nicht verwertbare Bestandteile enthält, aus denen kein Biogas entstehen kann.

Der neue Parameter „Fermentierbare organische Trockensubstanz“ (FoTS) erfordert nur wenige und schnell durchführbare Laboranalysen. Deren Ergebnisse werden in Schätzgleichungen eingesetzt, die aus einer sehr großen Zahl von Verdauungsversuchen an Schafen abgeleitet worden sind. Aus dem FoTS-Gehalt kann dann unmittelbar auf das Biogaspotenzial geschlossen werden. Es wurde nämlich gefunden, dass bei nahezu allen als Biogassubstrat dienenden nachwachsenden Rohstoffen mit praktisch dem gleichen Gasbildungspotenzial je kg FoTS zu rechnen ist. Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Biogassubstraten werden deshalb bereits durch ihren Gehalt an FoTS kenntlich gemacht.

Für die Praxis ist FoTS ein willkommenes Instrument, um schnell und günstig das Biogaspotenzial verschiedener Substrate bewerten zu können. Gerade in Zeiten hoher Rohstoffpreise müssen Biogasanlagen auch kurzfristig Gelegenheiten am Markt wahrnehmen und sich schnell für oder gegen ihnen angebotene Chargen, z.B. von Maissilage, entscheiden. Nawaro-Vorstand Felix Hess verdeutlicht den Nutzen: „Mit FoTS kann jeder Anlagenbetreiber günstig und in kurzer Zeit einen verlässlichen Wert für das Biogaspotenzial eines Substrats gewinnen und kalkulieren, wie viel er für die angebotene Ware bezahlen kann.“

Außerdem kann das aus der FoTS berechnete Biogaspotenzial mit der tatsächlichen Gasausbeute in der Biogasanlage verglichen und dadurch der Ausnutzungsgrad dieses Potenzials beurteilt werden. Nawaro-Forschungsleiter Dr. Carsten Herbes: „So haben wir über FoTS zugleich auch einen Maßstab, mit dessen Hilfe wir die Effizienz beim Betrieb unserer Anlagen messen können.“

Dieses Projekt ist Teil eines Gesamtvorhabens der NAWARO BioEnergie AG, in dem verlässliche und praktikable Methoden für die Bewertung von Biogassubstraten erarbeitet werden. Anfang dieses Jahres waren bereits neue Gleichungen für die Korrektur des Trockensubstanzgehaltes von Silagen vorgestellt worden, die es gestatten, alle Gas bildenden Inhaltsstoffe vollständig zu erfassen. Mit ihrer industriellen Dimension und dem professionellen Betrieb bietet die NAWARO-Gruppe neue Möglichkeiten auf dem gesamten Gebiet der Forschung und Entwicklung zum Biogas und nutzt die Ergebnisse in ihren BioEnergie Parks in Penkun (seit 2006 in Betrieb) und Güstrow (Inbetriebnahme ab Frühjahr 2009).

Download der Pressemitteilung

6. Oktober 2008 sachsen.de - Wirtschaft, Technologie und Verkehr

Nawaro baut in Güstrow

Die Nawaro Engineering GmbH aus Leipzig wird 2008 einen neuen Bioenergiepark in Güstrow errichten. Die Engineering GmbH gehört zur NAWARO BioEnergie AG. Diese plant, errichtet und betreibt industrielle Biomassekraftwerke, mit denen in industriellem Maßstab Energie aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugt wird.

Nawaro hat ein Verfahren zur Biomethanerzeugung entwickelt und baut nun dafür einen der größten Bioenergieparks Europas. Das in Methan umgewandelte Gas aus Biomüll soll ab Sommer 2009 in eine Erdgasleitung eingespeist werden. Die Technologie basiert auf dem bereits in Betrieb befindlichen NAWARO BioEnergie Park “Klarsee” bei Penkun. Biogas, das einen hohen Brennwert besitzt, kann wie Erdgas Wärme und Strom liefern. 100 Millionen Euro werden für das Projekt investiert. 50 Jobs sollen dadurch geschaffen werden. Ab 2010 sollen jährlich 46 Millionen Kubikmeter Biogas ins Netz geleitet werden.

Dieser Artikel bei smwa.sachsen.de

6. Oktober 2008 Schweriner Volkszeitung

Großer Bahnhof auf Großbaustelle

Trubel auf Güstrows größ ter Baustelle. Mit mehr als 200 Gästen feierte der Investor Nawaro Donnerstag Richtfest auf der 20 Hektar großen Baustelle des Bioenergieparks im Norden der Stadt. Der Rohbau dieser in ihrer Dimension und Leistungsfähigkeit weltweit einmaligen Anlage ist nahezu fertig.

14 Millionen Euro der 100-Millionen-Euro-Investition sind bereits verbaut. 20 von insgesamt 24 Fermentern, in denen das Biogas produziert wird, sind im Rohbau fertig. Demnächst beginnt der Innenausbau der Fermenter, kündigt Eckhard Pratsch, Projektleiter der Nawaro Engineering vor Ort, an. “Jetzt hat der Rohrleitungsbau begonnen, der Ende des Jahres abgeschlossen sein soll. Auch die Halle für die Gasaufbereitung steht bereits im Fundament”, schildert Pratsch den aktuellen Stand der Bauarbeiten. Das Büro- und Sozialgebäude mit der Schaltzentrale soll Ende des Monats im Rohbau fertig sein. “Anfang März 2009 wollen hier hier einziehen.”

Pratsch zeigt sich über den Baufortschritt zufrieden. Das Regenrückhaltebecken ist fertig und im Fahrsilo sind bereits 40 000 Tonnen Maissilage eingelagert, die Kapazität beträgt 70 000 Tonnen. Die zurzeit 110 Arbeiter auf der Großbaustelle wollen dafür sorgen, dass am 30. März 2009 das erste Modul, bestehend aus vier Fermentern und einem Gärrestelager, fertiggestellt ist. Dafür soll ab November die Zahl der Beschäftigten noch auf 200 erhöht werden. “Schon im Februar kommenden Jahres wollen wir die Fermenter mit Gärresten füllen, um am 1. Juli erstmals Biogas einspeisen zu können”, erklärt Pratsch. Mit der kompletten Fertigstellung des Großprojektes rechnet er im März 2010. Dann sollen stündlich 5750 Kubikmeter Biogas in die Gasleitung eingespeist werden.

Also ein Grund zum Feiern, dachte sich Nawaro und lud mit großem Bahnhof zum Richtfest ein. Sogar Wolfgang Tiefensee, Bundesverkehrsminister und Beauftragter für den Aufbau Ost, machte Donnerstag für das Prestigeprojekt in Güstrow Station. “Die Investition am Standort Güstrow ist nicht nur für die wirtschaftliche Entwicklung der Region von großer Bedeutung, sondern eröffnet vielversprechende Wege in eine Zukunft mit erneuerbaren Energien”, so der Minister. Das hörte vor allem auch Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt gerne, von Anfang an ein vehementer Förderer der riesigen Biogasanlage. “Ich bin überzeugt, das Güstrow langfristig davon profitieren wird”, so Schuldt.

Dennoch hat Nawaro erst 60 Prozent der Rohstofflieferungen für die Anlage mit Landwirten aus der Region vertraglich abgesichert. “Wir brauchen erst im Frühjahr 100 Prozent”, sagt Pratsch. Er mache sich keine Sorgen, dass bis dahin die Rohstoffe für die Anlage gesichert seien.

Dieser Artikel bei svz.de

2. Oktober 2008 Pressemitteilung

BioEnergie Park bei Güstrow feiert Richtfest

Tiefensee: Neue Maßstäbe für Bioenergieerzeugung – Nachwachsende Rohstoffe aus der Region leisten dauerhaften Beitrag zur Energieversorgung Deutschlands.

Mit einem zünftigen Richtfest feiert die NAWARO Engineering GmbH heute die Fertigstellung des Rohbaus des NAWARO BioEnergie Parks nördlich von Güstrow. Zu den 200 geladenen Gästen zählt auch Bundesminister Wolfgang Tiefensee: „Alternative Energien sind eines der Zukunftsfelder für Ostdeutschland. Mit der Errichtung dieser Anlage werden neue Maßstäbe bei der effizienten Nutzung nachwachsender Rohstoffe zur Energiegewinnung gesetzt. Die Investition am Standort Güstrow ist nicht nur für die wirtschaftliche Entwicklung der Region von großer Bedeutung, sondern eröffnet viel versprechende Wege in eine Zukunft mit erneuerbaren Energien.“

Für die Zukunft bauen: Industrielle Produktion von Biogas

In ihrer Dimension und Leistungsfähigkeit ist die Anlage weltweit einmalig: Auf einer Fläche von 20 Hektar, also etwa 27 Fußballfeldern, soll hier Biogas aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais, Getreide und Grasschnitt in industriellem Maßstab erzeugt werden; Investitionen von rund 100 Mio. Euro sind dafür notwendig. Mit einem speziell entwickelten Verfahren wird das Biogas zu Biomethan aufbereitet, so dass es in das Erdgasfernleitungsnetz eingespeist werden kann. Dadurch ist eine dezentrale Nutzung an den Verbrauchsschwerpunkten möglich. Die erste Einspeisung in das Gasfernleitungsnetz ist für Juni 2009 geplant, ab 2010 sollen 46 Mio. Kubikmeter Biogas pro Jahr in das Netz fließen. „Mit dieser Größenordnung leistet der NAWARO BioEnergie Park Güstrow einen substanziellen und vor allem dauerhaften Beitrag für eine Energieversorgung aus erneuerbaren Energiequellen“, sagt Felix Hess, Geschäftsführer der NAWARO Engineering GmbH und Vorstand der NAWARO BioEnergie AG. Schließlich könne mit diesem Volumen eine Kleinstadt mit bis zu 50.000 Einwohnern konstant mit Energie versorgt werden. „Im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energien wie Sonne und Wind ist eine kontinuierliche Energieproduktion gewährleistet“, so Hess weiter.

Dr. Eckhard Pratsch, Bauleiter und Direktor der NAWARO Engineering GmbH, einem Tochterunternehmen der NAWARO BioEnergie AG, schildert den Baustand: „Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir circa 14 Mio. Euro verbaut. 20 Fermenter für die spätere Biogasproduktion, drei Gärrestspeicher und das Erdgeschoss des Bürogebäudes sind fertig.“ Seit 14 Tagen wird bereits die erste Maissilage eingelagert: 70 Prozent des 60.000 Tonnen fassenden Silos sind gefüllt. „Bevor der Frost kommt, muss das komplette Rohrleitungssystem für die Gärreste in der Erde sein“, beschreibt Pratsch die nächsten Bauschritte. „Anfang März wollen wir in das Bürogebäude einziehen.“ Um dieses Ziel zu erreichen, sind derzeit 90 Arbeiter auf der Baustelle beschäftigt; zum Bauhöhepunkt im Frühjahr werden es 150 bis 160 sein. Mit dem Baufortschritt zeigt sich Pratsch zufrieden: „Wir sind unserem Bauplan um vier Wochen voraus.“
Der Bürgermeister der Stadt Güstrow, Arne Schuldt, heißt das Unternehmen willkommen: „Als Bürgermeister der Barlachstadt Güstrow gratuliere ich dem Unternehmen NAWARO BioEnergie AG zur Entscheidung, hier in unserer Stadt eine der modernsten Industrieanlagen auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien zu errichten. Ich bin überzeugt, dass Güstrow langfristig davon profitieren wird. Wir sind froh, mit dieser innovativen Biomethanproduktionsstätte ein zukunftsträchtiges Pilotprojekt hier vor Ort zu haben, das neue Arbeitsplätze schafft und die Existenz der landwirtschaftlichen Betriebe sichert.“

Für Landwirte Anbau von Energiepflanzen sinnvolle Alternative

Die für die Inbetriebnahme der Anlage erforderliche Biomasse bezieht das Unternehmen von Landwirten aus der Region, insgesamt 450.000 Tonnen pro Jahr. „Die Zulieferung der Energiepflanzen haben wir mit den Landwirten in langfristigen Lieferverträgen vereinbart“, erläutert Pratsch das Konzept. „Dabei legen wir großen Wert auf eine stabile und langfristige Partnerschaft.“ 60 Prozent der Rohstoffe sind bereits vertraglich zugesichert. Im Gegenzug erhalten die Landwirte den so genannten Presskuchen sowie Flüssigdünger, beides Produkte, die aus den bei der Biogasproduktion anfallenden Gärresten gewonnen werden. „Anfangs waren die Landwirte eher zögerlich, mittlerweile ist das Interesse aber gestiegen“, freut sich Pratsch. Für viele stellt der Anbau von Energiepflanzen eine sinnvolle Alternative zur Flächenstilllegung durch die EU dar.

Die Finanzierung des NAWARO BioEnergie Parks Güstrow wird jeweils zur Hälfte mit einem Fonds und Bankkrediten getätigt. An der Anlage eines geschlossenen Mobilienleasingfonds können sich Privatinvestoren beteiligen und auf diese Weise die Entwicklung und Anwendung modernster Technologie unterstützen. Zudem bietet die Fondsgesellschaft IGB NAWARO BioEnergie GmbH & Co. KG eine attraktive Rendite (weitere Informationen unter www.igb-ag.de).

Diese Pressemitteilung als PDF herunterladen

15. August 2008 Lausitzer Rundschau

Investition von rund 100 Millionen Euro

Leipziger Nawaro baut Bioenergiepark bei Güstrow – Am Stadtrand von Güstrow entsteht einer der größten Bioenergieparks Europas. Die Leipziger Nawaro Engineering GmbH hat dafür ein Verfahren zur Biomethanerzeugung entwickelt.

Das in Methan umgewandelte Gas aus Biomüll soll ab Sommer 2009 in eine Erdgasleitung eingespeist werden. Biogas besitzt einen hohen Brennwert und kann ebenso wie Erdgas Wärme und Strom liefern. Rund 100 Millionen Euro werden investiert, wie Projektleiter und Nawaro-Chef Eckhard Pratsch sagte.

Finanziert werde das Vorhaben jeweils zur Hälfte aus einem Fonds und Bankkrediten. 50 Arbeitsplätze sollen entstehen. Als Ausgangsmaterial benötigt der Bioenergiepark unter anderem Mais von rund 10 000 Hektar – insgesamt rund 330 000 Tonnen. Bislang sind aber erst zwei Drittel der Menge unter Vertrag. Die Landwirte seien zögerlich.

Dennoch hält Pratsch am Produktionsbeginn Juni 2009 fest. Ab 2010 sollen dann jährlich 46 Millionen Kubikmeter Biogas ins Netz geleitet werden. Das reiche aus, um eine Stadt mit 50 000 Einwohnern komplett mit Energie zu versorgen.

Nawaro plant auch einen Bioenergiepark bei Forst (Spree-Neiße). Der Baustart für das Projekt soll früheren Angaben zufolge Ende des Jahres erfolgen.

Dieser Artikel bei lr-online.de

4. August 2008 Es entsteht eine der größten Biogas-Anlagen

Investor ist Leipziger Nawaro GmbH

Ein kilometerlanger, fast drei Meter hoher grüner Zaun am Stadtrand von Güstrow markiert eine der größten Baustellen des Landes. Zu sehen sind nur aufgetürmte Erdwälle. Künftig werden hier Silos stehen, die 70 000 Tonnen Biomasse wie Mais, Hirse und Grasschnitt fassen können.

Daraus wird Biogas hergestellt, “reiner noch als Erdgas”, sagt der Direktor der Leipziger Nawaro Engineering GmbH, Eckhard Pratsch. Er ist Bauherr für eine der europaweit größten Biogasanlagen, die im kommenden Jahr in Betrieb gehen soll. 100 Millionen Euro werden investiert, finanziert wird das Vorhaben jeweils zur Hälfte aus einem Fonds und Bankkrediten.

Pratsch, der nach der Wende einige Zeit Oberbürgermeister in Halle war, hat schon viele Biogasanlagen gebaut, unter anderem die im vorpommerschen Penkun. “Die laufen alle nach dem gleichen Prinzip. Aus nachwachsenden Rohstoffen entsteht in speziellen Behältern Biogas, das dann in einem zweiten Schritt verheizt wird, um so Strom zu gewinnen”, erläutert der Unternehmer.

Mit der Güstrower Anlage hat er neue Ziele. Das bislang vergleichsweise unreine Biogas soll so aufbereitet werden, dass es gleich als Gas genutzt werden kann. “Dabei entziehen wir dem Biogas das darin enthaltene CO2, also Kohlendioxid, und haben nach ein paar weiteren Schritten so am Ende ein nahezu 100-prozentiges Methangas. In einer Qualität, wie sie jederzeit in die bereits vorhandenen öffentlichen Netze eingespeist werden kann”, sagt der Projektchef.

Diese Technologie sei in der Forschungsabteilung seines Unternehmens getestet worden. Den Beweis, dass sie auch funktioniert, will er in Güstrow antreten. Erstmals könne Biogas gewonnen werden, das dem Erdgas gleichwertig, vielleicht sogar noch einen Tick besser sei, sagt Pratsch. 46 Millionen Kubikmeter Gas sollen in Güstrow jährlich produziert werden. “Die Menge reicht aus, um eine ganze Stadt mit um die 50 000 Einwohner komplett zu versorgen”, rechnet Pratsch hoch.

Dafür benötigt er allerdings eine Menge Biomasse. So wird allein Mais von 10 000 Hektar gebraucht, insgesamt rund 330 000 Tonnen. Bislang hat Pratsch erst rund zwei Drittel der benötigten Rohstofflieferungen vertraglich gebunden. Viele Landwirte sind noch zögerlich oder lehnen es kategorisch ab, Anbauverträge mit Nawaro abzuschließen.

Zu ihnen gehört Markus Böckermann, der im nahe gelegenen Bergfeld rund 450 Hektar Ackerland bewirtschaftet. Nach seiner Ansicht ist der Bioenergiepark “einfach eine Nummer zu groß und somit auch mit Risiken behaftet”. Bei trockenen Jahren wie diesem blieben die Erträge womöglich deutlich unter den Erwartungen zurück, sagt Böckermann. Zudem bestehe die Gefahr der Monokultur und das sei längerfristig nicht gut.

Mitmachen will dagegen Ulrich Behnke, Chef des landwirtschaftlichen Unternehmens im benachbarten Sarmstorf. Er hat bereits im Herbst 2007 Mais von 100 Hektar für Nawaro eingelagert. In diesem und den Folgejahren soll es genauso viel sein, nicht mehr. “Mit Getreide lässt sich derzeit mehr Geld verdienen als mit Mais”, sagt Behnke zur Begründung.

Der Landesbauernverband rät seinen Mitgliedern, darauf zu achten, “dass sie an der Wertschöpfung beteiligt werden und sich nicht nur zu Rohstofflieferanten degradieren lassen”, wie Sprecher Harald Kienscherf betont. Pratsch will vorrangig Bauern im Umkreis von 50 Kilometern ansprechen. “70 oder 80 Kilometer können im Einzelfall möglich sein, darüber hinaus bleibt die Wirtschaftlichkeit im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke”, sagt der Unternehmer.

Noch bleibt ihm knapp ein Jahr Zeit. Am 1. Juni 2009 soll das erste Gas in die Erdleitung unmittelbar neben der Anlage eingespeist werden. Für die Produktion selbst werden in den nächsten Wochen 24 Fermenter-Türme errichtet, jeder einzelne fasst 4000 Kubikmeter. Im Frühjahr 2010 soll die Produktion auf Hochtouren laufen, inklusive eines Düngemittelwerkes. Dort werden künftig die Gärrückstände aus dem Gasreinigungsprozess verarbeitet.

11. Juli 2008 Chancen und Risiken

Die gute Nachricht vorweg

Am Grundwasser, das die Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH aus dem Boden des Landkreises gewinnt, ist nichts auszusetzen.

Das, so Dr. Peter Michalik, Technischer Geschäftsführer des Wasserversorgers, liege auch an der guten Zusammenarbeit mit den hiesigen Landwirten, die die Schutzflächen bewirtschaften. Damit nahm der FWV-Chef gleich zu Beginn einiges an Schärfe aus dem Thema der gestrigen Podiumsdiskussion, zu der sein Unternehmen ins Haus der Presse geladen hatte.

Welche Auswirkungen hat der stetig wachsende Anbau von Energiepflanzen auf das Grundwasser, war die zentrale Frage des Abends. Neben einem Betreiber von Biogasanlagen industrieller Größenordnungen sollten zwei Landwirte der Region sowie Joachim Kiefer vom Technologiezentrum Karlsruhe darüber diskutieren. Kiefer präsentierte gestern denn auch eine Studie aus der er Leitlinien für den gewässerschonenden Anbau von Bioenergiepflanzen ableitete. Problematisch seien neben der Lagerung von Substraten und Gärrückständen auch deren Rückführung in den Ökokreislauf und vor allem die Intensivierung der Landwirtschaft, um der steigenden Nachfrage nach Energiepflanzen gerecht zu werden. Das, so Joachim Kiefer weiter, führe zu stärkerer Düngung, zur Aufhebung von Stillegungsflächen. Letztere hätten jedoch eine wichtige Funktion als Verdünnerflächen, da über sie keine Stickstoffe oder Nitrate in den Boden eingetragen würden. Zudem würden Biogasanlagen vermehrt um Flächen konkurrieren, was vielmals die Zuführung von sogenannten Kosubstraten wie Siedlungsabfällen nach sich ziehe.

m Gegenzug erklärte der Langenreichenbacher Landwirt Dr. Michael Ruscher, dass die Biogasanlage seines Unternehmens, ebenso wie drei weitere der insgesamt sechs im Landkreis, ihre Effizienz durch Rindergülle erreiche. Zweck der Biogasanlage sei vor allem die Nutzung dieses eigenen Rohstoffes. Rund ein Zehntel ihrer landwirtschaftlichen Fläche würden die Langenreichenbacher nutzen, um zusätzlich Mais für die Anlage wachsen zu lassen. Ruscher, wie auch sein Kollege Wolfram Tinter, erteilten Mega-Biogasanlagen, wie sie Dr. Jochen Tilger von der Nawaro Bioenergie-GmbH gestern vorstellte, mit Blick auf die Region eine Absage. Unter anderem zu geringe Anbauflächen sprächen dagegen. Tinter griff jedoch einen Begriff auf, der von allen Podiumsmitgliedern mehrfach genannt wurde: Nachhaltigkeit. Er sprach für alle Landwirte, als er sagte: “Wir sind darauf angewiesen, eine nachhaltige Landwirtschaft zu betreiben. Schließlich ist eine intakte Umwelt auch die Existenzgrundlage unserer Nachkommen.” Chancen und Risiken lägen dicht beieinander, resümierte Dr. Peter Michalik nach rund zwei Stunden Diskussion. Bleibe es beim guten Miteinander zwischen Fernwasserversorung und Bauern, sei die Grundwasserqualität auch künftig gesichert.

10. Juli 2008 Großbaustelle wächst unaufhörlich

Die Großbaustelle des Bio energieparks im Norden Güstrows wächst unaufhörlich.

100 000 Kubikmeter Erde wurden bereits bewegt und dabei haben die Arbeiten erst im April begonnen. Sind zurzeit rund 50 Leute auf der Baustelle beschäftigt, sollen es bis Ende des Jahres schon bis zu 220 sein. Für sie entsteht bis September ein 3000 Quadratmeter großes “Dorf” aus Baucontainern mit Büros und Lagern.

Was hier auf Güstrows größter Baustelle gebaut wird, gibt es weltweit kein zweites Mal, sagt Eckhard Pratsch, Direktor der Nawaro Engineering, die die Biogasanlage baut. Pratsch ist der Projektleiter vor Ort. Die Güstrower Anlage hat eine Kapazität von 20 Megawatt. 46 Millionen Kubikmeter Gas sollen hier jährlich produziert werden. Damit kann eine Stadt von mehr als 50 000 Einwohnern versorgt werden. “Die von uns eingesetzte Gasaufbereitungstechnik für das Biogas ist ganz neu. In der Anlagenkonfiguration ist Güstrow zudem technologisch einmalig”, so Pratsch, der bereits die Nawaro-Biogasanlage in Penkun gebaut hat, die jedoch nicht so fortschrittlich ist wie die Güstrower.

Gerade befindet sich auf dem 20 Hektar großen Gelände vor den Toren Güstrows der erste von insgesamt 24 Fermentern mit einem Fassungsvermögen von je 4000 Kubikmetern im Rohbau. In diesen Fermentern wird das Biogas produziert. Das Fundament für zwei weitere ist bereits gelegt. Schon Ende Februar 2009 soll das erste Modul, bestehend aus vier Fermentern, fertiggestellt sein, so Pratsch. Am 1. Juni 2009 soll dann das erste Gas in die unmittelbar neben der Anlage verlaufende Erdgasleitung eingespeist werden. Ab Februar erfolgt dann in Monatsschritten die bautechnische Fertigstellung der weiteren Module. “Die komplette Anlage ist im März 2010 voll betriebsbereit”, sagt Pratsch.

Noch ist die Baustelleneinrichtung nicht ganz abgeschlossen, diverse Baustraßen werden noch komplettiert. Es laufen die Vorbereitungen für den Rohrleitungsbau, der in 14 Tagen beginnen soll. In vier Wochen will Pratsch zudem den Bau des Fahrsilos mit einem Fassungsvermögen von 70 000 Tonnen abgeschlossen haben. Hier wird Maissilage gelagert, Grundstoff für die Biogaserzeugung.

Obwohl der Bau der Anlage bereits voll läuft, hat Nawaro erst 60 Prozent der Rohstofflieferungen für den Bioenergiepark mit Landwirten aus der Region vertraglich gesichert. Bereits seit zweieinhalb Jahren wirbt Nawaro um die Landwirte als Zulieferer. Die hielten sich bisher jedoch stark zurück. “Viele haben gewartet, bis die Anlage endgültig genehmigt wurde”, sagt Pratsch. Doch jetzt, wo alles klar sei, sei bereits ein Zulauf zu verzeichnen. “Die Input-Stoffe machen uns keine Sorgen. Wir kommen mit den Abschlüssen voran”, gibt er sich optimistisch.

Für das mit der Biogasanlage geplante Düngemittelwerk laufen zurzeit die Ausschreibungen. Hier sollen die Gärreste aufbereitet werden. Die Stadt Güstrow wartet zudem noch auf die Genehmigung zum Ausbau der Kreuzung, die zum Bioenergiepark führt. Für die Anlieferer der Anlage sollen neue Abbiegespuren geschaffen werden. Bürgermeister Arne Schuldt rechnet noch diesen Monat mit der Genehmigung. “Dann dauert es noch drei Monate bis der Ausbau beginnt”, sagt er.

Dieser Artikel bei lr-online.de

22. Mai 2008 Japan Markt (Mai 2008)

Biogas – vielversprechende Alternative für Japan

Anders als Deutschland nutzt Japan sein großes Potenzial für Biogaserzeugung noch nicht. Eine Chance für die deutschen Technologieführer, ihre Anlagen auch in Fernost zu vermarkten.

Zu den wichtigsten Herausforderungen der Menschheit in den nächsten Jahrzehnten gehören die Eindämmung des Klimawandels und die Reduzierung der Abhängigkeit von den immer knapper und teurer werdenden fossilen Brennstoffen. Dazu ist ein starker Ausbau der erneuerbaren Energien dringend notwendig.

Biogas wird im Zusammenspiel mit anderen erneuerbaren Energien dabei eine wichtige Rolle einnehmen. Durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) hat Deutschland eine Förderumgebung geschaffen, die zu einem wahren Boom bei Anlagen zur Produktion von Energie aus regenerativen Quellen geführt haben, die schon heute mehr als 12 Prozent des Stromverbrauchs decken. Biogas als grundlastfähige regenerative Energiequelle, die außerdem noch zusätzliche Wertschöpfung in der Landwirtschaft ermöglicht, ist in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden.

Mit dieser Praxiserfahrung im Rücken sind deutsche Anlagenbauer in der ganzen Welt von Europa bis Asien beim Aufbau neuer Biogasanlagen aktiv. Auch die Anlagenbetreiber werden zunehmend größer und professioneller. Wurde die Pionierarbeit beim Biogas noch auf kleinen, landwirtschaftlichen Hofanlagen geleistet, erreicht die Biogasbranche jetzt eine neue Ebene der Professionalisierung: Es treten zunehmend größere Betreiber auf, die Biogasanlagen in industrieller Dimension betreiben und die Effizienz der Biogastechnologie und des Anlagenbetriebs sprunghaft vorantreiben.

Vorteile überwiegen

Die Vorteile von Biogas liegen auf der Hand: anders als Windkraft und Photovoltaik sind Biogasanlagen unabhängig von aktuellen Witterungsbedingungen und können damit für die so wichtige Grundlast sorgen. Die Erzeugung von Biogas hat noch eine Reihe weiterer Vorteile wie etwa die Vermeidung von unkontrollierten Methanemissionen aus der Gülle landwirtschaftlicher Betriebe. Außerdem ist der Anbau von Energiepflanzen eine große Chance für die Landwirtschaft in profitabler Weise zur Reduktion der Erderwärmung beizutragen.

Mittlerweile gibt es aber auch kritische Stimmen, die das starke Wachstum bei Biogasanlagen in Deutschland in Verbindung bringen mit Stichworten wie „Monokulturen“ oder mit steigenden Nahrungsmittelpreisen. De facto nimmt jedoch die Biogasbranche in Deutschland nicht einmal 2,5 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Anspruch. Andere Faktoren wie unterdurchschnittliche Ernten in den letzten Jahren sowie zunehmende Nachfrage nach Fleisch und damit Futtermitteln in Asien überlagern den Effekt der Biogasbranche auf die Verteuerung von Lebensmitteln bei weitem.

Herstellung und Verwendung

Biogas entsteht beim Abbau organischen Materials durch Mikroorganismen unter Luftabschluss. In großen Fermentern werden Substrate wie zum Beispiel Maissilage und Gülle kontinuierlich vergoren. Dabei entsteht Biogas, welches zu mehr als der Hälfte aus Methan besteht, das auch Hauptbestandteil von Erdgas ist. Dieses Biogas kann direkt an der Biogasanlage in einem Blockheizkraftwerk verbrannt werden, wobei Strom und Wärme entstehen. Der Strom wird dann ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Eine andere Möglichkeit ist, das Biogas auf Erdgasqualität aufzukonzentrieren und ins öffentliche Gasnetz einzuspeisen, so dass es an anderer Stelle vom Nutzer entnommen und verwertet werden kann.

Entwicklung in Deutschland

Biogas wird in Deutschland schon seit Jahrzehnten genutzt. Die jetzige Bedeutung verdankt die Branche aber dem EEG. Betreiber von Biogasanlagen bekommen eine auf 20 Jahre gesetzlich gesicherte Einspeisevergütung für den von ihnen gelieferten Strom. Die Anzahl der Anlagen wuchs in den Jahren 2000 bis 2007 von 1.043 auf circa 3.700. Allerdings war das Wachstum 2007 wegen der steigenden Rohstoffpreise und der Unsicherheit über die EEG-Novelle 2009 gebremst. Die installierte Leistung wuchs noch stärker als die Anlagenanzahl, woraus klar wird, dass der Trend hin zu größeren Anlagen geht.

Die jetzt anstehenden Reformen fördern voraussichtlich die Wärmenutzung noch stärker als zuvor. Das heißt, landwirtschaftliche Anlagen, die das Biogas vor Ort verstromen, aber keine Nutzungsmöglichkeit für die entstehende Abwärme haben, werden tendenziell unattraktiver. Größere Anlagen, die ein gutes Wärmenutzungskonzept, zum Beispiel über die Trocknung und Veredelung der Gärreste vorweisen oder aufkonzentriertes Biogas ins Erdgas einspeisen und so die kombinierte Nutzung von Strom und Wärme an anderer Stelle in Deutschland, zum Beispiel im Kraftwerk eines Schwimmbads, ermöglichen, sind nicht nur ökologisch sinnvoll sondern werden auch finanziell attraktiver.

Ein Beispiel für den industriellen Betrieb von Biogasanlagen ist der Pionier in diesem Bereich, die Nawaro BioEnergie AG, die in Mecklenburg-Vorpommern einen Biogaspark mit einer Gesamtleistung von 20 Megawatt elektrisch errichtet hat und erfolgreich betreibt, genug Elektrizität für 50.000 Zwei-Personen-Haushalte.

Ein Kernstück des Konzepts mit geschlossenem Stoff- und Energiekreislauf ist die Nutzung der Abwärme zur Aufbereitung der Gärreste. Müssen diese sonst in Gänze auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht werden, so entstehen bei Nawaro daraus hochwertige Biodüngerpellets und Flüssigdünger. Auch an der Weiterentwicklung der gesamten Prozesskette beteiligen sich industrielle Betreiber wie Nawaro. Mit Hochdruck arbeiten vor allem landwirtschaftliche Forschungsanstalten auf Bundes- und Landesebene an neuen Energiepflanzen oder Fermentertechnologien.

In vielen Stufen des Biogasprozesses sind noch hohe Effizienzsteigerungen möglich, die die wirtschaftliche und ökologische Attraktivität deutlich verbessern werden. In Deutschland wird außerdem geschätzt, dass sich die für nachwachsende Rohstoffe insgesamt nutzbare Fläche mittelfristig verdoppeln lässt, so dass Biogas auch langfristig einen signifikanten Beitrag zur Stromversorgung in Deutschland leisten kann.

Entwicklung in Japan

Die Erfahrungen aus Deutschland nutzen die Anlagenbauer schon heute im japanischen Markt. So errichtete die Schmack Biogas AG 1999 im Rahmen eines Joint Ventures mit einem japanischen Unternehmen die erste landwirtschaftliche Biogasanlage Japans. Inzwischen haben andere deutsche Firmen nachgezogen. So hat auch der Mitbewerber PlanET Biogastechnik gemeinsam mit einem japanischen Partner eine Biogasanlage in Obihiro, Hokkaido gebaut.

Mit einem Anteil von etwa 0,8 Prozent (Deutschland 3,3Prozent) am Gesamtenergieverbrauch steht die energetische Nutzung der Biomasse in Japan jedoch erst am Anfang. Das nutzbare Potenzial ist mit insgesamt etwa 1.300 PJ im Vergleich zu Deutschland (mit circa 1.240 PJ) jedoch ähnlich hoch einzustufen. Die Herkunft der Biomasse ist in Japan aber etwas anders als in westlichen ländern. Während dort die energetische Nutzung von Biomasse vor allem als Maßnahme angesehen wird, überschüssige Kapazitäten in der Landwirtschaft durch den Anbau von Energie pflanzen effizient zu nutzen, konzentriert sich die Nutzung der Biomasse in Japan vorwiegend auf lokale Verwertung organischer Abfälle, da ein intensiver Anbau von Energiepflanzen in Japan aufgrund der geringen landwirtschaftlich nutzbaren Fläche nur schwer möglich ist.

Biomasse wird in Japan klassifiziert in Abfälle (Altpapier, Tierexkremente, Lebensmittelabfälle oder Klärschlamm), landwirtschaftliche Reststoffe wie Reisstroh oder Restholz aus der Forstwirtschaft sowie Feldfrüchte wie zum Beispiel Futterpflanzen. Um die energetische Nutzung von Biomasse weiter zu fördern, hat die japa nische Regierung mit dem „Food Recycling Law“ und vor allem der übergreifen den Strategie „Biomass Japan“ verschiedene Maßnahmen angeschoben.

In den Jahren 2002 bis 2005 konnte so die Wiederverwertung von Lebensmittelabfällen bereits von 10 auf 20 Prozent gesteigert werden. Auf der anderen Seite stagniert jedoch die Wiederverwertung von Pflanzenabfällen bei 20 Prozent, und die Nutzung von Pflanzen als Energielieferanten war sogar rückläufig. Es gibt also noch viel Potenzial in diesem Bereich.

Zahlreiche Städte und Gemeinden beteiligen sich mittlerweile an der Strategie „Biomass Japan“ und stellen im Internet ihre Biomasse-Verwendungspläne vor. So plant etwa die Stadt Minamata auf der südjapanischen insel Kyushu 92 Prozent ihrer Bioabfälle und 40 Prozent der ungenutzten Biomasse wie tierische Fäkalien und Holz wiederzuverwerten.

Geplante Investitionen des japanischen Umweltministeriums zum Ausbau der Biomassenutzung in höhe von circa 100 Millionen Euro im Fiskaljahr 2007 unterstreichen die zukünftige Bedeutung der Biomasse als Primärenergieträger in Japan, wobei allerdings ein starker Fokus auf Biotreibstoffen liegt.

Fazit

Biogas hat in Deutschland seit 2004 einen beispiellosen Aufschwung erlebt und es wurden wertvolle Praxiserfahrungen im Betrieb gesammelt sowie neue Forschungsergebnisse erzielt. Diese können auch bei zum Teil anderen Voraussetzungen in Japan nutzbar gemacht werden, wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Gerade für Japan mit seiner hohen Abhängigkeit von importierten Energieträgern kann Biogas ein interessantes Element in einem zukünftig regenerativ orientierten Energiemix sein. Allein aufgrund der Zielsetzung der japanischen Regierung die Stromerzeugung aus Biomasse im Jahr 2010 auf 330 Megawatt zu steigern und damit gegenüber 2000 zu versiebenfa chen, ist ein intensiver Ausbau in Japan zu erwarten.

Die Autoren

Peter Beck ist Geschäftsführer der Ecos Japan Consult und hier verantwortlich für den Geschäftsbereich Energie- und Umwelttechnik. Seit mehr als 15 Jahren ist er tätig in den Bereichen der Unternehmensberatung und Projektierung mit den Schwerpunkten erneuerbare Energien, Energieeffizienz und rationelle Energienutzung in Japan und Deutschland.

Dr. Carsten Herbes verantwortet in der Nawaro-Gruppe den Bereich Forschung & Entwicklung. Bei Roland Berger Strategy Consultants hat er über acht Jahre Kunden im Investitionsgüterbereich beraten. Sein Schwerpunkt lag in der Beratung internationaler Unternehmen vor allem in Japan, wo er einige Jahre im Tokyoter Büro des Beratungsunternehmens tätig war.

Japan Markt (Mai/2008): img01.jpg

26. April 2008 Lausitzer Rundschau

Zweiter Anlauf für Bioenergie-Park

Sie sollte schon lange gebaut werden, die riesige Biogasanlage nahe Forst. Doch nachdem sich der Investor, die Leipziger Nawaro Bio-Energie AG, gegen den ursprünglich geplanten Standort auf dem Flugplatz Preschen entschied, ist der Baustart für das Projekt nun frühestens für Ende dieses Jahres geplant.

Derzeit werde eine neue Fläche geprüft, sagt Nawaro-Sprecherin Lili Aiche. Erste Verträge mit Landwirten aus dem Spree-Neiße-Kreis und Polen, die Biomasse liefern sollen, seien bereits geschlossen. Der zuständige Kreisbauernverband sieht das Vorhaben allerdings nach wie vor mit großer Skepsis.

«Wir kommen auf jeden Fall» , betont Lili Aiche auf Anfrage der RUNDSCHAU. Vor kurzem hat die Stadt Forst der Aktiengesellschaft ein neues Angebot gemacht. Die Fläche befinde sich in der Nähe der Autobahn, sagt Rüdiger Albert von der Wirtschaftsfördergesellschaft Spree-Neiße. Konkreter wolle er derzeit nicht werden. Auch Nawaro hält sich in diesem Punkt mit handfesten Angaben zurück. «Wir werden prüfen, ob die neue Fläche geeignet ist» , so Aiche. Genaueres könne sie im Spätsommer sagen.
Die ersten konkreten Aussagen zu der 20-Megawatt-Anlage sind lange her. Ende 2006 wurden die Pläne öffentlich gemacht. Im Mai 2007 sollte der Bau starten. Am neuen Standort könnten die ersten Erdarbeiten laut Aiche frühestens zum Ende dieses Jahres beginnen. Vom ursprünglich geplanten Baugebiet auf dem Flugplatz Preschen (Spree-Neiße) hatte sich Nawaro Ende vergangenen Jahres verabschiedet. Die Bedingungen seien nicht optimal gewesen – sowohl in Bezug auf die infrastrukturelle Anbindung als auch auf mögliche Emissionswerte, hieß es. Nun startet ein zweiter Anlauf.

Die Dimensionen des Vorhabens sind riesig: Die Anlage benötigt pro Jahr rund 300 000 Tonnen Mais-Silage, 20 000 Tonnen Getreide und 60 000 Tonnen Schweine- oder Rindergülle. Biogas in Erdgasqualität (Biomethan) soll daraus entstehen und ins Netz eingespeist werden. Aus den Resten will Nawaro jährlich rund 20 000 Tonnen Brennstoff-Pellets pressen und Düngemittel herstellen.
Mit dem benötigten Mais ließen sich pro Jahr 11 750 Kühe füttern, rechnete Landrat Dieter Friese (SPD) erst kürzlich vor. Um allein die enorme Silage-Menge zur Biogas-Anlage zu transportieren, würden 18 750 Traktoren mit jeweils 16 Tonnen Ladekapazität benötigt. Dem Aufwand stehe die jährliche Versorgung von 150 000 Einwohnern mit Strom gegenüber, veranschaulichte Friese.
Der Bioenergie-Park bei Forst ist einer von mehreren, die Nawaro nach eigenen Angaben in den nächsten Jahren in Ost- und Norddeutschland in Betrieb nehmen will. Denn die AG hat sich zum Ziel gesetzt, in Deutschland Markt- und Technologieführer bei der industriellen Energieerzeugung aus Biogas zu werden. Während die Pläne für die Lausitz bisher nur auf dem Papier existieren, ist das Unternehmen in Mecklen burg-Vorpommern bereits weiter. In Penkun, nahe der polnischen Grenze, ist vor wenigen Monaten die erste Biogas-Anlage der Leipziger in Betrieb gegangen. Für einen ähnlichen Park nahe Güstrow hat das Staatliche Amt für Umwelt und Natur in Rostock Anfang April die Genehmigung erteilt. Rund 46 Millionen Kubikmeter Biogas sollen dort nach Angaben von Nawaro pro Jahr hergestellt werden – damit ließen sich 160 Millionen Kilowattstunden Strom und 180 Millionen Kilowatt stunden Wärme im Jahr erzeugen.
Die Nähe zu Polen spielt auch bei dem Projekt bei Forst eine Rolle. Wie schon in Penkun will Nawaro auch mit Bauern aus dem Nachbarland zusammenarbeiten. Bisher sei ein «nicht unerheblicher Teil an Biomasse» bereits akquiriert worden, erklärt Aiche. Etwa die Hälfte der Betriebe stamme aus Polen. Nawaro sucht Landwirte im Umkreis von rund 50 Kilometern. Wie viele das Unternehmen von seinen Plänen bereits überzeugen konnte, will die Sprecherin nicht sagen.

Die Kritik aus den Reihen der Bauern ist scharf, ganz besonders die Egon Rattei. Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Spree-Neiße sieht die Tierproduktion im Landkreis bedroht. «Wenn auf Biomasse statt Tier- und Pflanzenproduktion gesetzt wird, ist die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft gefährdet» , argumentiert Rattei. Übertriebener Maisanbau schädige die Fruchtbarkeit der Böden, mache sie anfälliger für Schädlinge.
Rund 35 000 bis 37 000 Hektar Ackerbaufläche würden derzeit in Spree-Neiße bewirtschaftet. Um die Massen für die Biogasanlage liefern zu können, müsste nach Ratteis Rechnung künftig auf mehr als einem Drittel davon Mais angebaut werden. «Das ist ackerbaulich nicht zu vertreten» , ist der Landwirt überzeugt.

Auch auf den Wasserhaushalt im Kreis hätte ein so intensiver Anbau Auswirkungen, sagt der Kreisbauernchef. Denn Mais habe unter den heimischen Ackerbaupflanzen den höchsten Wasserverbrauch. Die Nawaro AG hatte angeboten, Bewässerungssysteme installieren zu lassen, um den mageren Böden mehr Ertrag abzuringen. «Bisher besteht bei den Landwirten, die wir unter Vertrag haben, kein Bedarf» , sagt Lili Aiche. Mit Blick auf den Klimawandel und die prognostizierte Wasserarmut wird zusätzliche Bewässerung auch für Kritiker wie Rattei interessant. «Die Frage ist allerdings, zu welchem Preis solche Systeme installiert werden und woher das Wasser dafür kommt» , erklärt der Landwirt.

Dieser Artikel bei lr-online.de

25. April 2008 Publikation VDMA

100 führende deutsche Technologieunternehmen in der bedeutendsten Branche der Welt

Deutsche Standards – Energietechnologien der Zukunft

Eine Publikation des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.

Deutsche Standards(April/2008): img01.jpg

7. April 2008 Güstrow.de

Bioenergiepark in Güstrow darf gebaut werden

Prüfverfahren des StAUN Rostock endet mit positivem Ergebnis. Startschuss für weltgrößte und innovativste Biomethanerzeugung gegeben.

Mit der Übergabe des Genehmigungsbescheides des Staatlichen Amtes für Umwelt und Natur (StAUN) Rostock an die NAWARO Engineering GmbH zur Errichtung und Betreibung eines Bioenergieparks in Güstrow wurde am Freitag, dem 4. April 2008 der offizielle Startschuss für ein zukunftsträchtiges Pilotprojekt mit einem besonders hohen Umwelt- und Sicherheitsstandard gegeben. Damit ist der Weg frei für die Errichtung der weltgrößten und innovativsten Biomethanproduktionsstätte.

Am Standort Güstrow entsteht mit ca. 100 Mio. Euro Investitionssumme eine Anlage, die hinsichtlich Klimaschutz, Effizienz, Wirkungsgrad und Verlässlichkeit weltweit neue Maßstäbe setzt. Deshalb ist der Leiter des StAUN Rostock, Hans-Joachim Meier, mit dem Ergebnis des Genehmigungsverfahrens nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz sehr zufrieden.

Der Geschäftsführer der NAWARO Engineering GmbH, Dr. Jochen Tilger unterstreicht, dass mit dem jetzt bestätigten neuen Anlagenkonzept für dieses Projekt in Güstrow dem gegenwärtigen technologischen Fortschritt in Verbindung mit den Besonderheiten des Anlagenstandortes Rechnung getragen wird.

„Unsere Anlagenkonzeption in Güstrow ist auf neustem technischen Stand. Wir erreichen z.B. umgerechnet pro Hektar Ackerfläche eine um über 30% bessere Vermeidung der schädlichen Klimagases CO2 als bei herkömmlichen Anlagen. Im Vergleich zu Biodiesel und Bioethanol ist unsere Anlage sogar um mehr als 200% besser“, führt er aus.

Betreiberin des Bioenergieparks in Güstrow wird die NAWARO BioEnergie Park „Güstrow“ GmbH sein, die sich zugleich im Raum Güstrow regionalbezogen einbringen wird. Die Schaffung von ca. 30 Arbeitsplätzen vor allem im Betriebs-, Service- und Überwachungsbereich der Anlagen sowie weiteren ca. 20 Arbeitsplätzen bei Transport- und Serviceunternehmen der Region ist im Zuge der Ansiedlung des Unternehmens vorgesehen. Während der 1 ½-jährigen Bauphase werden bis zu 200 Menschen auf der Baustelle tätig sein, viele darunter von regionalen Unternehmen.

Hintergrund zum Genehmigungsverfahren

Bereits im Jahr 2006 beschäftigte sich das StAUN Rostock mit dem geplanten Vorhaben Bioenergiepark Güstrow, zunächst im Rahmen der Bauleitplanung als Träger öffentlicher Belange einbezogen durch den Planungsträger, die Stadt Güstrow.

Im Februar 2007 stellte die NAWARO Engineering GmbH den Antrag auf Erteilung einer Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz beim StAUN Rostock als zuständige Genehmigungsbehörde. Die Planung sah zunächst 40 Einzelmodule zur Erzeugung von Biogas mit anschließender Verstromung in Blockheizkraftwerken vor.

Bedingt durch die fortschreitende technische Entwicklung im Bereich der Biogasaufbereitung wurde das Anlagenkonzept vollständig überarbeitet und optimiert. Im September 2007 wurden dem StAUN Rostock die geänderten Antragsunterlagen vorgelegt.

Für das Genehmigungsverfahren war zunächst eine allgemeine Einzelfallprüfung im Rahmen der Umweltverträglichkeit durchzuführen. Unter Einbeziehung der Wasser- und Naturschutzbehörden konnte durch das StAUN Rostock als zuständige Genehmigungsbehörde festgestellt werden, dass keine erheblichen Umweltauswirkungen durch das geplante Vorhaben hervorgerufen werden, so dass von einer Umweltverträglichkeitsprüfung abgesehen werden konnte.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung wurden durch Vertreter der Bürgerinitiativen Einwendungen erhoben und Bedenken geäußert, die u.a. vorwiegend sicherheitstechnische Belange betrafen. Im Februar 2008 erfolgte durch das StAUN Rostock die Durchführung der Erörterung der Einwendungen, wobei Anregungen und Hinweise für weitere Prüfschritte von der Genehmigungsbehörde beachtet und in den Bescheid eingeflossen sind.

Technische Anlagedaten

Das durch mikrobiologische Fermentation erzeugte Biogas wird nach neuem NAWARO-Konzept aufbereitet zu Biomethan in eine am Anlagenstandort verlaufende Erdgasleitung eingespeist.
Neben Anlagenbereichen zur Erzeugung und Aufbereitung von Biogas gibt es einen weiteren Anlagenbereich zur Aufbereitung der Gärreststoffe zu Düngemitteln und Brennstoffen sowie ein Biomasseheizkraftwerk.

In der Anlage sollen jährlich 46 Mio. m³ Biomethan sowie 140 000 t Flüssigdünger produziert werden. Das Biomasseheizkraftwerk hat eine Feuerungswärmeleistung von 26 MW. Für die Aufbereitung des Biogases in das Erdgasnetz wird Propan eingesetzt, welches in einem Lagerbehälter mit 150 t Fassungsvermögen gelagert wird.

Mit der Errichtung und Inbetriebnahme des künftigen Bioenergieparks in Güstrow wird die Region auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien an Bedeutung und Bekanntheitsgrad über die Landesgrenzen hinaus deutlich gewinnen.

Dieser Artikel bei güstrow.de

5. April 2008 Freie Presse

Bioenergiepark in Güstrow darf gebaut werden

Der von der Leipziger Nawaro Bioenergie AG geplante Bioenergiepark in Güstrow kann gebaut werden. Nach einem positiven Prüfverfahren gab das Rostocker Staatliche Amt für Umwelt und Natur (StAUN) am Freitag mit Übergabe des Genehmigungsbescheides Grünes Licht für das Projekt.

In Güstrow soll für 100 Millionen Euro die den Angaben zufolge weltgrößte und innovativste Anlage zur Biomethanerzeugung entstehen. Das in Methan umgewandelte Gas aus Biomüll soll nach dem Konzept dann in eine Erdgasleitung eingespeist werden. Biogas besitzt einen hohen Brennwert und kann ebenso wie Erdgas Wärme und Strom liefern.

Die Projektgesellschaft Nawaro Engineering GmbH plant darüber hinaus eine Anlage zur Aufbereitung der Gärreststoffe zu Düngemitteln und Brennstoffen sowie ein Biomasseheizwerk mit einer Wärmeleistung von 26 Megawatt. Insgesamt sollen 50 neue Arbeitsplätze entstehen. Die Bauzeit soll eineinhalb Jahre betragen.

Nawaro hatte im Februar 2007 den Genehmigungsantrag gestellt. Später wurde das Konzept überarbeitet. Vonseiten der Bürgerinitiativen waren insbesondere sicherheitstechnische Bedenken erhoben worden. Von dem Vorhaben gehen nach Angaben des Amtes keine erheblichen Umweltauswirkungen aus.

Dieser Artikel bei freiepresse.de.de

5. April 2008 Schweriner Volkszeitung

Startschuss für Bioenergiepark

“Am Standort Güstrow entsteht mit ca. 100 Millionen Euro Investitionssumme eine Anlage, die hinsichtlich Klimaschutz, Effizienz, Wirkungsgrad und Verlässlichkeit weltweit neue Maßstäbe setzt”, so StAUN-Leiter Hans-Joachim Meier gestern.

Er zeigte sich mit dem Ergebnis des insgesamt zweijährigen Genehmigungsverfahrens nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz sehr zufrieden. Mit Blick auf die Bürgerinitiative Suckow/Strenz, die seit zwei Jahren gegen die Errichtung des Bioenergieparks in ihrer unmittelbaren Nähe im Norden Güstrows kämpft, sagte Meier: “Ihre sicherheitstechnischen Bedenken und Hinweise wurden beachtet und sind in den Genehmigungsbescheid eingeflossen.”

Ängste und Bedenken der Gegner ausgeräumt

Doch Steffen Peters, Sprecher der Bürgerinitiative, bleibt skeptisch. “Unsere Meinung zu der Anlage hat sich nicht geändert. Wir werden das Projekt weiter wachsam beobachten. Die Sicherheitsfragen kommen erst mit dem Bau der Anlage wirklich auf den Tisch”, so Peters.

Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt, immer ein Verfechter des Bioenergieparks, beruhigt: “Die Ängste und Bedenken der Gegner sind mit dieser Genehmigung ausgeräumt.” Nach der langen Prüfung gehe er davon aus, dass die Anlage in der Stadt akzeptiert werde.

Gemeinsam mit Jochen Tilger, Nawaro-Geschäftsführer und verantwortlich für den Bau und den Betrieb der Güstrower Anlage, ist Schuldt davon überzeugt, dass die Region durch den Bioenergiepark Güstrow auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien an Bedeutung deutlich gewinnen wird.

Schuldt hatte den Bioenergiepark zum “Prestigeobjekt” für Güstrow erklärt und nach eigenen Angaben “sehr viel Herzblut” in das Projekt investiert. “Es wäre eine große Enttäuschung gewesen, wenn es nicht geklappt hätte”, so der Bürgermeister.

Mit Anlage können 50000 Menschen versorgt werden
Tilger will jetzt umgehend mit dem Bau des Bioenergieparks beginnen. Er rechnet mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren. Bereits im Januar 2009 soll das in der Güstrower Anlage produzierte Biogas in das Netz eingespeist werden. Dafür muss die Anlage schon drei Monate vorher in Betrieb gehen.

Laut Tilger kann mit der Anlagenkapazität eine Stadt mit 50000 Menschen versorgt werden. Während der Bauzeit werden auf der Großbaustelle bis zu 200 Arbeiter beschäftigt sein. Letztendlich benötigt der Bioenergiepark 30 Mitarbeiter sowie 20 weitere bei Transport- und Serviceunternehmen, die Maissilage und Getreide anliefern.

Für das erhöhte Transportaufkommen rund um Güstrow, wird die Kreuzung im Norden Güstrows, die zu der neuen Anlage führt, ausgebaut. “Ich rechne noch diesen Monat mit der Genehmigung”, so Bürgermeister Schuldt. Die Kreuzung bekommt neue Abbiegespuren, so dass die zahlreichen Transporte zum Güstrower Bioenergiepark den laufenden Verkehr nicht behindern.

Dieser Artikel bei svz.de

4. April 2008 Staatliches Amt für Umwelt und Natur Rostock

Pressemitteilung

Bioenergiepark in Güstrow darf gebaut werden. Prüfverfahren des StAUN Rostock endet mit positivem Ergebnis. Startschuss für weltgrößte und innovativste Biomethanerzeugung gegeben.

Mit der Übergabe des Genehmigungsbescheides des Staatlichen Amtes für Umwelt und Natur (StAUN) Rostock an die NAWARO Engineering GmbH zur Errichtung und Betreibung eines Bioenergieparks in Güstrow wurde am Freitag, dem 4. April 2008 der offizielle Startschuss für ein zukunftsträchtiges Pilotprojekt mit einem besonders hohen Umwelt- und Sicherheitsstandard gegeben. Damit ist der Weg frei für die Errichtung der weltgrößten und innovativsten Biomethanproduktionsstätte.

Am Standort Güstrow entsteht mit ca. 100 Mio. Euro Investitionssumme eine Anlage, die hinsichtlich Klimaschutz, Effizienz, Wirkungsgrad und Verlässlichkeit weltweit neue Maßstäbe setzt. Deshalb ist der Leiter des StAUN Rostock, Hans-Joachim Meier, mit dem Ergebnis des Genehmigungsverfahrens nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz sehr zufrieden.

Der Geschäftsführer der NAWARO Engineering GmbH, Dr. Jochen Tilger unterstreicht, dass mit dem jetzt bestätigten neuen Anlagenkonzept für dieses Projekt in Güstrow dem gegenwärtigen technologischen Fortschritt in Verbindung mit den Besonderheiten des Anlagenstandortes Rechnung getragen wird.

„Unsere Anlagenkonzeption in Güstrow ist auf neustem technischen Stand. Wir erreichen z.B. umgerechnet pro Hektar Ackerfläche eine um über 30% bessere Vermeidung der schädlichen Klimagases CO2 als bei herkömmlichen Anlagen. Im Vergleich zu Biodiesel und Bioethanol ist unsere Anlage sogar um mehr als 200% besser“, führt er aus.

Betreiberin des Bioenergieparks in Güstrow wird die NAWARO BioEnergie Park „Güstrow“ GmbH sein, die sich zugleich im Raum Güstrow regionalbezogen einbringen wird. Die Schaffung von ca. 30 Arbeitsplätzen vor allem im Betriebs-, Service- und Überwachungsbereich der Anlagen sowie weiteren ca. 20 Arbeitsplätzen bei Transport- und Serviceunternehmen der Region ist im Zuge der Ansiedlung des Unternehmens vorgesehen. Während der 1 ½-jährigen Bauphase werden bis zu 200 Menschen auf der Baustelle tätig sein, viele darunter von regionalen Unternehmen.

Hintergrund zum Genehmigungsverfahren

Bereits im Jahr 2006 beschäftigte sich das StAUN Rostock mit dem geplanten Vorhaben Bioenergiepark Güstrow, zunächst im Rahmen der Bauleitplanung als Träger öffentlicher Belange einbezogen durch den Planungsträger, die Stadt Güstrow.

Im Februar 2007 stellte die NAWARO Engineering GmbH den Antrag auf Erteilung einer Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz beim StAUN Rostock als zuständige Genehmigungsbehörde. Die Planung sah zunächst 40 Einzelmodule zur Erzeugung von Biogas mit anschließender Verstromung in Blockheizkraftwerken vor.

Bedingt durch die fortschreitende technische Entwicklung im Bereich der Biogasaufbereitung wurde das Anlagenkonzept vollständig überarbeitet und optimiert. Im September 2007 wurden dem StAUN Rostock die geänderten Antragsunterlagen vorgelegt.

Für das Genehmigungsverfahren war zunächst eine allgemeine Einzelfallprüfung im Rahmen der Umweltverträglichkeit durchzuführen. Unter Einbeziehung der Wasser- und Naturschutzbehörden konnte durch das StAUN Rostock als zuständige Genehmigungsbehörde festgestellt werden, dass keine erheblichen Umweltauswirkungen durch das geplante Vorhaben hervorgerufen werden, so dass von einer Umweltverträglichkeitsprüfung abgesehen werden konnte.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung wurden durch Vertreter der Bürgerinitiativen Einwendungen erhoben und Bedenken geäußert, die u.a. vorwiegend sicherheitstechnische Belange betrafen. Im Februar 2008 erfolgte durch das StAUN Rostock die Durchführung der Erörterung der Einwendungen, wobei Anregungen und Hinweise für weitere Prüfschritte von der Genehmigungsbehörde beachtet und in den Bescheid eingeflossen sind.

Technische Anlagedaten

Das durch mikrobiologische Fermentation erzeugte Biogas wird nach neuem NAWARO-Konzept aufbereitet zu Biomethan in eine am Anlagenstandort verlaufende Erdgasleitung eingespeist.
Neben Anlagenbereichen zur Erzeugung und Aufbereitung von Biogas gibt es einen weiteren Anlagenbereich zur Aufbereitung der Gärreststoffe zu Düngemitteln und Brennstoffen sowie ein Biomasseheizkraftwerk.

In der Anlage sollen jährlich 46 Mio. m³ Biomethan sowie 140 000 t Flüssigdünger produziert werden. Das Biomasseheizkraftwerk hat eine Feuerungswärmeleistung von 26 MW. Für die Aufbereitung des Biogases in das Erdgasnetz wird Propan eingesetzt, welches in einem Lagerbehälter mit 150 t Fassungsvermögen gelagert wird.

Mit der Errichtung und Inbetriebnahme des künftigen Bioenergieparks in Güstrow wird die Region auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien an Bedeutung und Bekanntheitsgrad über die Landesgrenzen hinaus deutlich gewinnen.

3. März 2008 Forum New Power (02/08)

Güstrow bekommt Großeinspeisung

Die EnviTec Biogas AG, Lohne, rüstet einen Biogaspark in Güstrow aus, in dem Biogas zu Erdgasqualität aufbereitet wird. Der Auftrag umfasst die gesamte Technik und Hardware der Aufbereitungsanlage.

Künftig werden hier 10.000 m ^2 Biogas/h eingespeist. Das entspricht einer installierten Anschlussleistung von rund 22 MW. Es handelt sich um die bisher größte Biogas-Aufbereitungsanlage zur Einspeisung.

Auftraggeber ist die Leipziger NAWARO Engineering GmbH, für die EnviTec bereits den Biogaspark in Penkun in Mecklenburg-Vorpommern errichtet. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf insgesamt rund 42 Mio. Euro.

Die Anlage besteht aus sechs Modulen à 1.667 m, im März soll mit der Errichtung begonnen werden. Bei der Produktion wird der Methangehalt im Biogas von durchschnittlich 55 Prozent auf über 97 Prozent aufbereitet, der Methanverlust liegt bei weniger als einem Prozent.

Voraussichtlich im Herbst dieses Jahres soll erstmals Biogas ins Erdgasnetz eingespeist werden.

Forum New Power (02/08): img01.jpg

Artikel herunterladen (PDF)

15. Februar 2008 NAWARO BioEnergie AG

Pressemitteilung

Die NAWARO-Gruppe bietet mit ihrer industriellen Dimension neue Möglichkeiten zur Forschung und Bewertung von Biogassubstraten – Erster Meilenstein: Neue Trockensubstanz- Korrekturformel für Maissilage.

Die Wirtschaftlichkeit einer Biogasanlage hängt entscheidend vom Gasbildungspotenzial der verwendeten Substrate ab. Zurzeit werden von zahlreichen Instituten Forschungsarbeiten zum Gasbildungspotenzial verschiedener Substrate durchgeführt. Dabei bezieht man das Gasbildungspotenzial üblicherweise auf die sogenannte organische Trockensubstanz, d.h. auf den Anteil der Frischmasse, der nicht aus Wasser und mineralischen Stoffen besteht.

Häufig wird aber bei der Bestimmung der Trockensubstanz keine präzise Korrektur um flüchtige Stoffe vorgenommen, die beim Trocknen von Silageproben verloren gehen. Ergebnisse sind dadurch verfälscht. So ist der häufig beobachtete Effekt scheinbar höherer Gasausbeuten von Maissilage gegenüber demselben Material vor der Silierung (Grünfutter) dadurch zu erklären. Ähnliches dürfte für Untersuchungen gelten, bei denen auf eine höhere Gasausbeute nach Einsatz bestimmter Silierzusätze geschlossen wurde.

Für die NAWARO BioEnergie AG als ersten Betreiber von Biogasanlagen in industrieller Dimension ist die exakte Bewertung der Substrate von besonderer Bedeutung, und deshalb fördert die NAWARO Forschungsprojekte in diesem Bereich. Prof. Dr. Friedrich Weißbach, führender Experte im Bereich Futtermittelforschung, hat jetzt, unterstützt durch die NAWARO BioEnergie AG, eine neue Korrekturgleichung für den Trockensubstanzgehalt von Maissilagen entwickelt. Diese Gleichung erfasst zum ersten Mal auch die Flüchtigkeitsquoten der zweiwertigen Alkohole und ist damit ein entscheidender Baustein für die Ermittlung realistischer Gasbildungspotenziale.

Dieses Projekt ist Teil eines Gesamtvorhabens der NAWARO BioEnergie AG, in dem verlässliche und praktikable Methoden für die Bewertung von Biogassubstraten erarbeitet werden. Mit der industriellen Dimension und dem professionellen Betrieb bietet die NAWARO-Gruppe neue Möglichkeiten auf dem gesamten Gebiet der Forschung und Entwicklung von Biogas. Dies ist ein erster Meilenstein, den das junge Unternehmen zeitgleich mit der Fertigstellung des ersten NAWARO BioEnergie Parks in Klarsee, erfolgreich hinter sich gebracht hat.

Pressemitteilung herunterladen (PDF)

14. Februar 2008 Schweriner Volkszeitung

Zweifel an Sicherheit

Bürger wollen Bioenergiepark in letzter Minute stoppen / Anhörung am 14. Februar – Kommt der heiß umstrittene Bioenergiepark im Norden Güstrows oder nicht? Jetzt tritt das Genehmigungsverfahren in die entscheidende Phase. Während der Investor und die Stadt keinerlei Probleme sehen, versuchen Bürger das Großprojekt noch in letzter Minute zu stoppen.

SVZ (14.2.08): img01.jpg

8. Februar 2008 Schweriner Volkszeitung

Kommt der heiß umstrittene Bioenergiepark im Norden Güstrows oder nicht?

Jetzt tritt das Genehmigungsverfahren in die entscheidende Phase. Während der Investor und die Stadt keinerlei Probleme sehen, versuchen Bürger das Großprojekt noch in letzter Minute zu stoppen.

Die Gelegenheit dazu will die Bürgerinitiative Suckow/ Strenz, Hauptgegner des Bioenergieparks, am 14. Februar nutzen. Da hat das Staatliche Amt für Umwelt und Natur Rostock (StAUN) um 10 Uhr einen öffentlichen Erörterungstermin im Güstrower Rathaus angesetzt. Hier kommen alle Einwände gegen die geplante Biogasanlage der Nawaro Bioenergie AG auf den Tisch, die bis zum Ende der Einwendungsfrist am 19. Dezember 2007 beim StAUN eingegangen sind. Und das sind nicht wenige. Insgesamt 62 Einwendungen vor allem in Bezug auf die Anlagensicherheit hat StAUN-Leiter Hans-Joachim Meier gezählt.

“Der 14. Februar ist ein wichtiger Termin in der Genehmigungskette”, unterstreicht er. “Hier soll über das Für und Wider des Vorhabens beraten und informiert werden.” Noch ist das Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz für den Güstrower Bioenergiepark nicht abgeschlossen. Die von Nawaro eingereichten Unterlagen werden noch im StAUN geprüft. Meier ist über die hohe Zahl der Einwände nicht überrascht, da er die Vorgeschichte kennt. Gleich nach Bekanntwerden des Großprojektes vor knapp drei Jahren bildete sich eine Initiative von Bürgern aus Suckow und Strenz, die in unmittelbarer Nähe der geplanten Anlage wohnen. Sie läuft seitdem Sturm gegen die befürchtete Geruchs- und Lärmbelästigung und hat auch jetzt einen Großteil der Einwendungen
beigesteuert.

“Die vorliegenden Antragsunterlagen von Nawaro reichen nicht aus, um eine Genehmigung zu erteilen”, ist Steffen Peters, Güstrower Rechtsanwalt und Sprecher der Bürgerinitiative, überzeugt. Er akzeptiert die Aussage von Güstrows Bürgermeisters Arne Schuldt nicht, der behauptet hatte, es würde keine Sicherheitsprobleme in der Anlage geben. Nach Peters habe der Investor wichtige Havarieszenarien nicht ausreichend beachtet. “Was passiert denn, wenn Fermenter oder Folien in der Anlage brennen? Dann
entstehen für Menschen giftige Stoffe”, glaubt Peters zu wissen. “Man muss sich Sorgen machen, wenn man in der Nähe dieser Anlage wohnt.” Wegen der seiner Meinung nach unvollständigen Antragsunterlagen für das Großprojekt sei es auch rechtlich angreifbar.

Falls fundierte Bedenken vorgebracht würden, sei es tatsächlich möglich, dass neue Gutachten erstellt werden müssten, die den Baubeginn des Bioenergieparks noch weiter verzögern könnten, räumt auch StAUN-Leiter Meier ein. “Wenn bei Einwendungen auf Fehler und Mängel der Anlage hingewiesen wird oder völlig neue Sachverhalte auftauchen, kann das Bauvorhaben noch gestoppt werden”, sagt er. Doch damit rechnet Meier nicht. Er will das Genehmigungsverfahren in seiner Behörde “zügig behandeln”, wie er sagt und hofft, dass in spätestens zwei Monaten alles über die Bühne ist.

Unterdessen bereitet die Nawaro AG an der Landesstraße 142 nach Strenz im Norden Güstrows schon den Bauplatz für den großen Bioenergiepark vor. Noch dieses Jahr will Nawaro-Vorstand Felix Hess die Anlage, die technologisch einzigartig in Mecklenburg-Vorpommern ist, in Betrieb nehmen. Er rechnet mit der endgültigen Genehmigung vom StAUN Anfang März.

Dieser Artikel bei svz.de

7. Januar 2008 Le Figaro

Des céréales et du purin pour s‘éclairer durablement

Avec une puissance record de 20 mégawatts, la centrale de biogaz installée près de la frontière germano-polonaise peut fournir 40 000 habitants en électricité.

De l’autoroute qui relie Berlin à la frontière polonaise toute proche, l’usine installée à la sortie du petit village de Penkun, à l’extrême est de l’Allemagne, ressemble à s’y méprendre à un dépôt d’hydrocarbures, l’odeur nauséeuse en moins. Seules de vagues effluves d’herbes fermentées ou de choucroute trahissent les processus microbiologiques à l‘œuvre dans les quarante « digesteurs » que la société Doric Asset Finance, basée à Offenbach, est parvenue à sortir de terre en un peu plus de dix-huit mois. Des centaines de tonnes de maïs, de blé et de purin fermentent quotidiennement dans ces cuves de béton circulaires, d’une capacité de 2 500 m³, où elles dégagent du méthane (50 à 55% du biogaz produit) qui est ensuite transformé en chaleur et en électricité grâce aux moteurs de cogénération installés sur chacun des modules.

Si le procédé n’est pas nouveau, le gigantisme de l’installation, qui tourne à plein régime depuis le mois dernier, mérite d‘être souligné. «Avec une puissance totale de 20 mégawatts (500 kilowatts par digesteur), nous produisons assez d‘électricité pour satisfaire les besoins d’une ville de 40 000 habitants, uniquement à partir de biomasse et donc de matières renouvelables. Cette installation, dans laquelle nous avons investi 80 millions d’euros, est la plus grande de ce type au monde !» se félicite Philipp Dawudian, l’un des responsables de Doric Asset Finance qui a confié l’exploitation de son parc à la société Nawaro Bionergie AG. Dans cette région rurale peu développée, parsemée de forêts et de lacs, qui servait surtout de lieu de villégiature aux dignitaires de l’ex-RDA, l’initiative a été plutôt bien accueillie. «L’usine a créé 40 emplois directs et autant d’emplois indirects, ce qui est énorme vu d’ici», explique Dieter Schünemann, responsable technique de Nawaro. Quant aux 65 agriculteurs allemands et polonais, sous contrat avec l’entreprise, ils bénéficient à la fois d’un nouveau débouché et d’un moyen astucieux de recycler leurs effluents d‘élevage.

Souplesse d’exploitation

Au total, près de 10 000 hectares de terre, jusqu’alors laissés en jachère, fournissent la matièrepremière nécessaire : un mélange contenant 75% de maïs récolté plante entière puis ensilé (d’où l’odeur de choucroute…), plus 5% de blé auxquels il faut ajouter 20 % de purin issu, pour l’essentiel, de quatre très gros élevages laitiers de la région (2 000 vaches chacun !).

Si l‘électricité est vendue à la compagnie allemande Vatenfall, la chaleur est entièrement recyclée sur l’usine qui est à 100% autosuffisante en énergie. Elle sert notamment à déshydrater les résidus de fermentation qui sont transformés sur place en engrais organiques liquides (450 mètres cubes produits par jour) et solides (75 t/j) destinés à être revendus aux agriculteurs. «Comme nous achetons le purin en amont, cela leur permet de maintenir la fertilité de leurs sols tout en réglant le problème des odeurs et de la pollution», explique Norbert Stegmann, le responsable de l’unité de traitement. Grâce à l’eau récupérée lors du process, le parc satisfait là encore l’intégralité de ses besoins, voire au-delà.

Les excédents, quand il y en a, sont préalablement traités avant d‘être rejetés dans le réseau d‘égout, après filtrage par le sol, le tout sous le contrôle pointilleux des autorités sanitaires. Enfin, pour être complet, le bilan CO2 de l’usine de Penkun est nul dans la mesure où le carbone relâché dans l’atmosphère a préalablement été absorbé par les plantes au cours de leur croissance.

«Par rapport aux autres énergies renouvelables comme le solaire ou l‘éolien, le biogaz a l’avantage de n‘être dépendant ni du soleil ni du vent, souligne Dieter Schünemann. Comme chacun de nos digesteurs a une autonomie de fonctionnement d’une journée, notre usine est conçue pour tourner toute l’année 24 heures sur 24.» En outre, une panne éventuelle de l’un des modules ne réduirait la production que de 2,5%. Mais au-delà de cette grande souplesse d’exploitation, la division du parc en 40 digesteurs de 500 kW permet aussi à Nawaro de bénéficier, grâce à la loi allemande sur les énergies renouvelables, de tarifs très avantageux. Au-delà de cette limite en effet, le prix de rachat du kilowattheure est quasiment divisé par deux…

Et en France ? Pourquoi ne pas installer des usines de ce type dans les régions d‘élevage qui croulent sous leur lisier ? Rien ne s’y oppose a priori si ce n’est peut-être les nuisances causées par le ballet incessant des camions qui acheminent les matières premières.

Dieser Artikel bei lefigaro.fr